Kaufberatung: Worauf Sie bei Dampfreiniger achten sollten
Wie funktioniert ein Dampfreiniger?
Ein Dampfreiniger erhitzt Wasser auf über 100 Grad und leitet den entstehenden Dampf über eine Düse oder ein Wischtuch auf die Fläche. Die Wärme lässt Fett, eingetrocknete Speisereste und Kalkbeläge aufweichen, sodass sie sich mit Tuch oder Bürste leicht abnehmen lassen. Chemische Reiniger sind dafür in der Regel nicht nötig.
Das Gerät besteht im Kern aus einem Wassertank, einer Heizung und einem Schlauch oder einer Bodenplatte. Wie der Dampf erzeugt wird, unterscheidet die beiden Hauptbauarten: Ein Kessel baut Druck auf und gibt den Dampf über einen Schlauch ab, ein Dampfbesen verdampft das Wasser in einer kleinen Heizkammer und führt es direkt durch das Wischpad.
Gegen Schmutz hilft die Kombination aus Hitze, Einwirkzeit und mechanischer Bewegung. Wer nur kurz mit der Düse über eine verkrustete Fläche fährt, löst wenig. Wer den Dampf einige Sekunden einwirken lässt und dann nachwischt, erzielt ein deutlich besseres Ergebnis.
Kessel-Dampfreiniger oder Dampfbesen: die Bauarten
Die zehn Geräte dieses Vergleichs gehören zwei Bauarten an. Beide haben Stärken, die sich im Alltag deutlich bemerkbar machen.
| Merkmal | Kessel mit Schlauch | Dampfbesen |
|---|
| Dampfdruck | 3,5 bis 5 bar | meist nicht angegeben, ein Modell nennt 0,9 bar |
| Tankgröße | 1 bis 1,8 Liter | 0,35 bis 0,68 Liter |
| Aufheizzeit | 30 Sekunden bis 9 Minuten | 15 bis unter 30 Sekunden, soweit angegeben |
| Zubehör | Düsen, Bürsten, Verlängerungsrohre | Wischpads, Teppichgleiter |
| Gewicht | 3,1 bis 6 Kilogramm | etwa 2,4 bis 3 Kilogramm |
Der Kessel erreicht Fugen, Armaturen, Fensterrahmen und Backofentüren, weil die Handdüse frei geführt wird. Der Dampfbesen ist für große, glatte Böden gedacht und lässt sich im Stehen führen, ohne dass man sich bücken muss. Einige Besen liefern ein Handgerät mit, das kleine Flächen übernimmt.
Zwischen den Bauarten gibt es Mischformen: Manche Kessel haben eine Bodendüse mit Tuch und lassen sich damit wie ein Besen führen, manche Besen bringen Handgerät und Düsen mit. Entscheidend ist der Hauptzweck, denn kein Gerät ist für alle Flächen gleich gut geeignet.
Dampfdruck, Temperatur und Heizleistung
Der Dampfdruck in bar gibt an, mit welcher Kraft der Dampf aus der Düse tritt. Je höher der Druck im Kessel, desto heißer wird der Dampf. Die Hersteller nennen für die stärksten Geräte Temperaturen bis etwa 160 Grad. Bei Kesselgeräten im Bereich von 3,5 bis 5 bar lösen sich Fett und Kalk in Fugen und an Armaturen merklich schneller.
Die Heizleistung in Watt bestimmt, wie schnell das Wasser verdampft und wie lange der Kessel nach dem Einschalten braucht. Im Vergleich liegt sie zwischen 1.200 und 2.250 Watt. Mehr Watt bedeuten nicht automatisch mehr Druck: Ein Gerät mit 2.000 Watt und 5 bar und eines mit 1.900 Watt und 3,5 bar sind unterschiedliche Konstruktionen.
Bei Dampfbesen spielt der Druck eine kleinere Rolle, weil der Dampf durch das Pad strömt und die Wärme über die Fläche wirkt. Viele Hersteller machen dazu keine Angabe, Vergleichsaussagen sind dann nur über Heizleistung, Aufheizzeit und Dampfstufen möglich.
Wichtig ist auch die Dampfmenge, die manche Hersteller in Gramm pro Minute angeben. Sie zeigt, wie viel Dampf dauerhaft zur Verfügung steht. Ein hoher Druck mit geringer Menge erschöpft sich schneller als ein mittlerer Druck mit gleichmäßigem Nachschub.
Tank, Dampfzeit und Aufheizzeit
Der Tank bestimmt, wie lange man am Stück arbeiten kann. Die Dampfbesen im Vergleich fassen 0,35 bis 0,68 Liter, die Kesselgeräte 1 bis 1,8 Liter. Hersteller geben die Reichweite teils als Dampfzeit an, teils als Fläche je Füllung: Der Wert reicht von 20 bis 55 Minuten und von 75 bis 150 Quadratmetern.
Entscheidend ist, ob sich während der Arbeit nachfüllen lässt. Bei Kesselgeräten ist das nur möglich, wenn das Gerät einen getrennten Tank oder einen Sicherheitsverschluss hat. Wer bei jedem Nachfüllen den Kessel abkühlen lassen muss, verliert Zeit. Bei Dampfbesen lässt sich das Wasser meist nachfüllen, nachdem das Gerät ausgeschaltet wurde.
Für eine kleine Wohnung mit 50 Quadratmetern reicht auch ein kleiner Tank, wenn man den Boden nur abschnittsweise dämpft. In einem Haus mit mehreren Etagen oder bei der Reinigung von Fliesen, Bad und Küche am Stück lohnt sich ein größerer Tank, weil Unterbrechungen entfallen.
Die Aufheizzeit liegt im Vergleich zwischen 15 Sekunden und etwa 9 Minuten. Mehrere Geräte sind nach 15 bis 30 Sekunden einsatzbereit, klassische Kessel mit größerem Wasservorrat brauchen 3 bis 9 Minuten, bis der volle Druck erreicht ist.
Im Alltag zählt die Aufheizzeit vor allem bei kurzen Einsätzen: Wer nur schnell die Herdplatte oder die Dusche reinigen will, schaltet das Gerät ungern lange vorher ein. Bei Einsätzen von 30 Minuten und mehr fällt eine Wartezeit von einigen Minuten kaum ins Gewicht. Eine Bereitschaftsanzeige hilft, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, denn vor Erreichen des vollen Drucks tritt oft Wasser statt Dampf aus.
Verbrauch und laufende Kosten
Ein Dampfreiniger zieht nur während des Aufheizens und der Dampferzeugung volle Leistung. Als Obergrenze lässt sich rechnen: Heizleistung mal Betriebszeit. Das folgende Beispiel geht von 30 Minuten Dauerbetrieb und einem Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde aus, dem Preis kann jeder seinen eigenen Tarif einsetzen.
| Heizleistung | Verbrauch in 30 Minuten | Kosten bei 35 Cent |
|---|
| 1.300 Watt | 0,65 kWh | 0,23 Euro |
| 1.550 Watt | 0,78 kWh | 0,27 Euro |
| 1.900 Watt | 0,95 kWh | 0,33 Euro |
| 2.250 Watt | 1,13 kWh | 0,39 Euro |
Wer zweimal pro Woche 30 Minuten mit einem Gerät von 1.500 Watt arbeitet, kommt auf 104 Einsätze im Jahr, also etwa 78 Kilowattstunden und rund 27 Euro Stromkosten. Dazu kommen Entkalker und Ersatzpads. Im Vergleich zu Reinigungsmitteln fällt der Betrieb damit kaum ins Gewicht, der Kaufpreis bleibt der größere Posten.
Für welche Flächen sich Dampf eignet
Fliesen, Naturstein und versiegelte Hartböden vertragen Dampf in der Regel gut. Laminat, Parkett und Vinyl dagegen nur dann, wenn der Hersteller des Bodens das erlaubt und die Fugen dicht sind: Eindringende Feuchtigkeit kann Plattenränder aufquellen lassen. Unversiegeltes Holz und Kork sollten nicht gedämpft werden.
Bei empfindlichen Oberflächen wie Lack, Kunststoff, Gummidichtungen oder Gemälden gilt: erst an einer verdeckten Stelle prüfen, den Dampf nicht lange auf einem Punkt halten und die Fläche danach trocknen. Fenster lassen sich mit Dampf und Abzieher streifenfrei reinigen, sollten aber vorher nicht kalt und nicht in praller Sonne sein.
Teppiche und Polster nehmen nur Geräte mit passendem Aufsatz oder Teppichgleiter an. Der Dampf löst Flecken und erfrischt, ersetzt aber keine Tiefenreinigung mit Wassersauger.
In Bad und Küche liegt der größte Nutzen: Kalk an Armaturen, Fett am Dunstabzug, Schimmelansätze in Silikonfugen und der Herd lassen sich ohne Chemie bearbeiten. Hier ist ein Kessel mit Handdüse und Bürste klar im Vorteil, weil der Dampf gezielt auf eine kleine Stelle trifft. Dichtungen am Kühlschrank und an der Waschmaschine lassen sich ebenfalls dämpfen, sofern der Gerätehersteller dem nicht widerspricht.
Aufstellen, Anschließen und sicher arbeiten
Ein Dampfreiniger läuft an einer normalen Haushaltssteckdose mit 230 Volt. Das Gerät sollte auf einer ebenen, trockenen Fläche stehen. Kesselgeräte auf Rollen werden hinter einem hergezogen, die Kabellänge von 4 bis 7,6 Metern entscheidet, wie oft man umstecken muss.
Wasser wird nur bei ausgeschaltetem, abgekühltem Gerät nachgefüllt, den Verschluss eines Kessels darf man niemals öffnen, solange er unter Druck steht. Der Dampfstrahl gehört weder auf Personen noch auf Haustiere, Kinder halten Abstand. Beim Wechsel des Aufsatzes das Gerät pausieren, weil an Düse und Rohr die Hitze hoch ist. Kabel und Schlauch sollten nicht über scharfe Kanten laufen.
Nach dem Einsatz Dampf ablassen, den Stecker ziehen und das Gerät abkühlen lassen. Reste von Wasser im Tank sollten entleert werden, damit sich kein Kalk festsetzt.
Pflege und Entkalkung
Kalk ist der häufigste Grund für nachlassende Dampfleistung. Hartes Wasser lagert sich in Kessel und Düse ab. Manche Hersteller liefern deshalb eine Entkalkungskartusche oder Entkalkerpulver mit, andere empfehlen entkalktes Wasser. Regelmäßiges Entkalken nach den Angaben der Anleitung erhält die Dampfleistung.
Hinweise zum Wasser stehen in der Bedienungsanleitung und sind bindend, weil falsche Zusätze Dichtungen und Heizung beschädigen können. Reinigungsmittel gehören nicht in den Tank, es sei denn, der Hersteller erlaubt das ausdrücklich.
Wischpads und Bezüge werden bei der vom Hersteller angegebenen Temperatur in der Waschmaschine gewaschen und an der Luft getrocknet. Verfärbte oder durchgescheuerte Pads liefern weniger Dampf an die Fläche und gehören ersetzt. Bürsten und Düsen mit klarem Wasser spülen und trocknen lassen.
Typische Fehler beim Kauf
Der häufigste Fehler ist die Wahl nach der höchsten Wattzahl. Heizleistung allein sagt wenig über die Wirkung auf der Fläche aus, Dampfdruck, Tankgröße und Zubehör gehören dazu. Ebenso wichtig ist die Frage, was gereinigt werden soll: Wer nur Boden wischt, braucht keinen Kessel mit 13 Düsen, wer Fugen und Armaturen reinigen will, kommt mit einem Dampfbesen nicht weit.
Ein zweiter Fehler liegt im Preis: Dieselben Geräte werden bei verschiedenen Anbietern zu stark abweichenden Preisen angeboten, im Einzelfall um mehr als 50 Prozent. Ein Preisvergleich lohnt sich, ebenso ein Blick auf Verfügbarkeit und Garantiedauer. Unter den zehn Geräten reicht sie von 2 bis 3 Jahren, soweit der Hersteller sie nennt.
Drittens wird das Gewicht unterschätzt. Ein Kessel mit 6 Kilogramm will getragen oder gezogen werden, ein Dampfbesen mit 2,4 Kilogramm lässt sich dagegen mühelos führen. Kabellänge und Schlauchlänge entscheiden, wie weit man kommt, ohne umzustecken.
Viertens lohnt der Blick auf die Ersatzteile: Wischpads und Bezüge nutzen sich ab, und manche Hersteller bieten Ersatz nur im Set an. Wer das Gerät lange nutzen will, prüft vor dem Kauf, ob Pads, Düsen und Entkalker nachgekauft werden können.
Fachbegriffe kurz erklärt
- Bar: Einheit für den Dampfdruck. 1 bar entspricht etwa dem Luftdruck auf Meereshöhe, Kesselgeräte arbeiten mit 3,5 bis 5 bar.
- Kessel: Druckbehälter, in dem das Wasser erhitzt wird und der Dampf unter Druck steht.
- Dampfbesen: Gerät mit Stiel und Wischplatte, das Dampf durch ein Wischpad auf den Boden leitet.
- Dampfzeit: Dauer, die eine Füllung für Dampf reicht, vom Hersteller meist in Minuten angegeben.
- Flächenleistung: Fläche in Quadratmetern, die laut Hersteller mit einer Füllung gereinigt werden kann.
- Aufheizzeit: Zeitspanne vom Einschalten bis zum Dampf in voller Menge.
- Entkalkungskartusche: Einsatz, der Kalk aus dem Wasser bindet und die Heizung schützt.
- Bügeleisenanschluss: Buchse am Gerät, an die sich ein Dampfbügeleisen anschließen lässt.
Häufige Fragen zu Dampfreiniger
Welcher Dampfdruck ist ausreichend?
Für Böden reicht ein Dampfbesen, der Druck spielt dort eine untergeordnete Rolle. Für Fugen, Armaturen, Backofentüren und Fensterrahmen sind Kessel mit 3,5 bis 5 bar sinnvoll. Im Vergleich liegen die Kesselgeräte genau in diesem Bereich. Mehr Druck bedeutet heißeren Dampf und schnelleres Lösen von Fett, verlangt aber ein höheres Gewicht und längere Aufheizzeit.
Brauche ich einen Kessel oder reicht ein Dampfbesen?
Wer ausschließlich Fliesen, Stein oder versiegelte Böden reinigt, ist mit einem Dampfbesen gut bedient. Er ist leichter, schneller einsatzbereit und mit 70 bis 160 Euro günstiger. Wer auch Fugen, Armaturen, Fenster und Backofen reinigen will, braucht einen Kessel mit Schlauch und Düsen. Einige Dampfbesen bringen ein Handgerät mit, das kleine Flächen übernimmt.
Eignet sich ein Dampfreiniger für Laminat und Parkett?
Nur eingeschränkt. Laminat und Parkett vertragen Dampf, wenn der Hersteller des Bodens ihn freigibt und die Fugen dicht sind. Eindringende Feuchtigkeit lässt die Kanten aufquellen. Unversiegeltes Holz und Kork sollten nie gedämpft werden. Im Zweifel hilft die Anfrage beim Bodenhersteller, außerdem das kurze, schnelle Überfahren und anschließendes Trockenwischen.
Kann ich normales Leitungswasser verwenden?
Das hängt vom Hersteller ab. Einige liefern eine Entkalkungskartusche oder Entkalkerpulver mit und erlauben Leitungswasser, andere empfehlen entkalktes Wasser. Die Bedienungsanleitung ist verbindlich. Bei hartem Wasser lagert sich Kalk in Kessel und Düse ab und senkt die Dampfleistung, deshalb lohnt sich das regelmäßige Entkalken, wie es die Anleitung beschreibt.
Wie lange dauert das Aufheizen?
Im Vergleich liegt die Aufheizzeit zwischen 15 Sekunden und etwa 9 Minuten. Mehrere Geräte sind nach 15 bis 30 Sekunden bereit, klassische Kessel brauchen 3 bis 9 Minuten. Eine Bereitschaftsanzeige oder ein Signal zeigt an, wann voller Dampf zur Verfügung steht. Wer nur kurz reinigen will, wählt ein Gerät mit kurzer Aufheizzeit.
Töten Dampfreiniger Keime ab?
Heißer Dampf kann Keime auf Oberflächen abtöten, wenn Temperatur und Einwirkzeit ausreichen. Ein Hersteller gibt für seine Kessel-Geräte ein Prüfzertifikat an, wonach bis zu 99,999 Prozent der Viren und 99,99 Prozent der Bakterien beseitigt werden. Das gilt unter Laborbedingungen. Im Haushalt hängt die Wirkung von Abstand, Dauer und Oberfläche ab.
Wie viel Strom verbraucht ein Dampfreiniger?
Das Gerät nimmt nur beim Aufheizen und bei der Dampferzeugung die volle Leistung auf. Bei 1.500 Watt und 30 Minuten Dauerbetrieb sind es höchstens 0,75 Kilowattstunden, bei einem Strompreis von 35 Cent also rund 26 Cent. Bei zwei Einsätzen pro Woche summiert sich das auf etwa 27 Euro im Jahr.
Darf ich Reinigungsmittel in den Tank geben?
In der Regel nein. Zusätze können Dichtungen, Heizung und Düsen schädigen und Rückstände im Dampf hinterlassen. Nur wenn der Hersteller ein Mittel ausdrücklich für den Tank freigibt, ist es erlaubt. Hartnäckige Stellen lassen sich besser mit Dampf lösen und dann mit Tuch oder Bürste abnehmen.
Wie reinige und pflege ich das Gerät?
Nach jedem Einsatz Dampf ablassen, Stecker ziehen und den Tank leeren. Wischpads waschen und trocknen, Düsen und Bürsten spülen. Regelmäßig entkalken, bei hartem Wasser häufiger. Wer die Geräte trocken lagert und Kalk früh entfernt, erhält die Dampfleistung und verlängert die Lebensdauer.