Kaufberatung: Worauf Sie bei Saugroboter achten sollten
Welche Bauarten gibt es?
Saugroboter unterscheiden sich vor allem darin, was nach dem Saugen mit dem Staub passiert und ob sie wischen. Die einfachste Bauart ist der Roboter mit Ladestation: Er fährt nach dem Lauf zurück, lädt den Akku und lässt den Staub in seinem eigenen Behälter liegen. Diesen Behälter leeren Sie von Hand. Die zweite Bauart bekommt zusätzlich eine Absaugstation. Sie zieht den Staub nach dem Lauf in einen größeren Beutel oder Behälter, sodass Sie nur alle paar Wochen eingreifen.
Bei der Wischfunktion gibt es drei Stufen. Ohne Wischen saugt der Roboter nur. Mit einer einfachen Wischplatte oder einem Wischpad wird der Boden leicht feucht überwischt, das Pad muss danach von Hand gereinigt werden. Geräte mit Mopp-Waschstation spülen und trocknen die Mopps selbst, sie gehören zu den Saug-Wischrobotern und sind nicht Teil dieses Vergleichs.
| Bauart | Was sie leistet | Beispiel im Vergleich |
|---|
| Ladestation, nur saugen | Saugt, Staubfach von Hand leeren | Dyson 360 Vis Nav |
| Ladestation mit Wischpad | Saugt und wischt leicht, Pad von Hand waschen | Roborock Q7 M5, Bosch Spotless BCRC1W |
| Absaugstation, nur saugen | Staub wird automatisch abgesaugt | Eufy C10 |
| Absaugstation mit Wischpad | Saugt, wischt leicht, leert sich selbst | Ecovacs Deebot N20e Plus, Philips HomeRun 5000 |
Was die Saugkraft in Pascal aussagt
Die Saugkraft geben Hersteller in Pascal (Pa) an. Der Wert beschreibt den größten Unterdruck, den das Gebläse im Gerät erzeugen kann. Er sagt nur begrenzt etwas darüber, wie viel Schmutz tatsächlich vom Boden aufgenommen wird. Dafür spielen Bürste, Düsenform, Abstand zum Boden und Luftstrom eine Rolle. Die Pascal-Zahl ist eine Angabe des Herstellers und lässt sich im Alltag nicht nachprüfen.
Im Vergleich reicht die Spanne von 2.000 Pa beim Xiaomi Robot Vacuum E5 bis 20.000 Pa beim Dreame D20 Air Plus. Ein Roboter mit 2.000 Pa nimmt losen Staub und Krümel auf glatten Böden mit, auf Teppich fehlt ihm Reserve. Geräte mit 10.000 Pa und mehr sind auf Teppich und bei Haaren im Vorteil. Wer Haustiere hat oder viel Teppichboden besitzt, sollte deshalb zu einem Gerät in der oberen Hälfte greifen.
Beachten Sie: Die Zahlen verschiedener Hersteller sind nur eingeschränkt vergleichbar, weil jeder anders misst. Ein Gerät mit 15.000 Pa muss nicht dreimal besser saugen als eines mit 5.000 Pa. Als grobe Orientierung eignet sich die Zahl dennoch, wenn Sie Geräte innerhalb derselben Preisklasse gegenüberstellen.
Navigation und Hindernisse
Die Navigation entscheidet, ob der Roboter systematisch in Bahnen fährt oder wie zufällig durch die Wohnung irrt. Einfache Geräte nutzen Hindernis- und Absturzsensoren und fahren Wände und Möbel ab. Das Xiaomi Robot Vacuum E5 arbeitet so. Bessere Geräte tragen einen LiDAR-Sensor, einen kleinen rotierenden Laser, der den Raum vermisst und eine Karte erstellt. Mit dieser Karte lassen sich Räume benennen, Sperrzonen festlegen und einzelne Zimmer gezielt reinigen. Fast alle Geräte im Vergleich arbeiten mit LiDAR.
Der Dyson 360 Vis Nav setzt stattdessen auf eine 360-Grad-Kamera. Eine Kamera erkennt viele Details der Umgebung, braucht dafür aber eine Auswertung der Bilder durch das Gerät.
Bei den Hindernissen zählen zwei Maße. Die Schwellenhöhe gibt an, wie hoch eine Kante sein darf, damit der Roboter sie überfährt. Im Vergleich liegen die genannten Werte zwischen 17 mm beim Eufy C10 und 21 mm beim Dyson. Die Gerätehöhe bestimmt, ob der Roboter unter Sofa oder Bett fahren kann. Messen Sie die niedrigste Stelle zum Boden und vergleichen Sie sie mit der Höhe des Geräts. Planen Sie einige Millimeter Reserve ein, denn auch die Laserkuppel zählt zur Höhe.
Station und Staubfach
Das Staubfach im Roboter ist klein, weil der Roboter flach bleiben muss. Im Vergleich fasst es zwischen 220 ml beim Dreame D20 Air Plus und 500 ml beim Dyson 360 Vis Nav. Bei Geräten ohne Absaugstation leeren Sie das Fach nach jedem oder jedem zweiten Lauf, bei viel Haaren oder Staub auch häufiger.
Eine Absaugstation übernimmt diese Arbeit. Der Roboter fährt nach dem Lauf an die Station, die den Staub durch ein Rohr in einen Beutel oder Behälter zieht. Im Vergleich nehmen die Stationen zwischen 1,5 Litern beim Ecovacs Deebot N20e Plus und 4 Litern beim Dreame D20 Air Plus auf. Je größer der Raum, desto seltener müssen Sie eingreifen.
Es gibt zwei Systeme. Beutelstationen sind hygienischer, weil Sie den Beutel zuklappen und entsorgen, ohne Staub aufzuwirbeln. Dafür fallen Kosten für Ersatzbeutel an. Beutellose Stationen sparen diese Kosten, setzen aber voraus, dass Sie den Behälter regelmäßig ausleeren und reinigen. Beide Systeme brauchen Platz: Die Stationen sind höher und tiefer als eine einfache Ladestation.
Die einfache Wischfunktion
Alle Geräte mit Wischfunktion in diesem Vergleich arbeiten ohne Mopp-Waschstation. Sie führen ein Wischpad oder eine Wischplatte mit und befeuchten es aus einem kleinen Wassertank. Die Tanks fassen, soweit angegeben, zwischen 220 und 310 ml. Das reicht für kleine bis mittlere Wohnungen, aber nicht für größere Flächen am Stück.
Eine solche Wischfunktion nimmt leichten Staubfilm und frische Flecken auf Hartboden auf. Angetrocknete Verschmutzungen löst sie in der Regel nicht, dafür fehlen Druck und rotierende Mopps. Nach dem Lauf waschen Sie das Pad von Hand. Lassen Sie es trocknen, bevor Sie es erneut einsetzen, sonst kann es unangenehm riechen.
Wichtig ist der Teppich. Geräte wie das Xiaomi Robot Vacuum S40 Pro heben die Wischpads laut Datenblatt um 10 mm an, der Roborock Q10 PF+ um 8 mm. Bei Geräten ohne Teppicherkennung sollten Sie das Wischpad abnehmen, wenn Teppich im Fahrweg liegt. Wer keinen Wert auf Wischen legt, findet im Vergleich mit dem Dyson 360 Vis Nav und dem Eufy C10 zwei reine Saugroboter.
Akku und Laufzeit
Die Laufzeit hängt von Akkukapazität, Saugstufe und Bodenart ab. Hersteller nennen meist die Dauer im leisesten Modus, in höheren Stufen sinkt sie deutlich. Im Vergleich reicht die Spanne von 65 Minuten beim Dyson 360 Vis Nav bis 230 Minuten beim Ecovacs Deebot N20e Plus. Die Akkukapazität liegt bei den Geräten mit Angabe zwischen 2.600 und 5.700 mAh.
Für die Praxis zählt die Fläche. Ein Roboter, der 65 Minuten fährt, schafft je nach Stufe eine kleine bis mittlere Wohnung. Bei 150 bis 230 Minuten bleibt auch in größeren Wohnungen Reserve. Fast alle Geräte kehren zum Laden zurück und setzen den Lauf danach fort, wenn sie nicht fertig waren. Dann verlängert sich die Gesamtdauer um die Ladezeit, die je nach Gerät mehrere Stunden betragen kann.
Ein größerer Akku zahlt sich außerdem bei der Lebensdauer aus. Lithium-Ionen-Akkus verlieren mit jedem Ladezyklus etwas Kapazität. Wer den Roboter täglich nutzt, spürt das nach einigen Jahren. Ersatzakkus gibt es für viele Modelle, bei einigen Herstellern müssen Sie sie über den Service bestellen.
Stromverbrauch und laufende Kosten
Saugroboter brauchen wenig Strom. Die Nennleistung steht auf dem Typenschild, sie fällt nur kurz an, etwa beim Laden. Das Xiaomi Robot Vacuum E5 nennt 25 W, das Xiaomi Robot Vacuum S40 Pro 160 W. Im laufenden Betrieb liegt der Verbrauch deutlich darunter, weil das Gebläse nicht dauernd mit voller Leistung arbeitet.
Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Ein Roboter läuft dreimal pro Woche 90 Minuten und braucht im Durchschnitt 50 W. Das sind 4,5 Stunden pro Woche, also rund 234 Stunden im Jahr. Bei 50 W ergibt das etwa 11,7 kWh. Bei einem Strompreis von 0,35 Euro je kWh kostet der Betrieb rund 4 Euro im Jahr. Dazu kommt der Bereitschaftsverbrauch der Station, der je nach Gerät etwas höher oder niedriger liegt.
| Posten | Annahme | Kosten pro Jahr |
|---|
| Strom für Läufe | 11,7 kWh bei 0,35 Euro | rund 4 Euro |
| Staubbeutel | je nach Station | nach Herstellerpreis |
| Verschleißteile | Bürsten, Filter, Wischpads | nach Herstellerpreis |
Die größeren Kosten entstehen bei Verschleißteilen. Seitenbürste, Hauptbürste und Filter nutzen sich ab, Wischpads ebenfalls. Rechnen Sie vor dem Kauf nach, was der Satz Ersatzteile kostet und wie lange er hält.
Aufstellen und Pflege
Stellen Sie die Ladestation an eine Wand, mit etwa einem halben Meter freiem Platz links und rechts und rund einem Meter davor. Die Station braucht eine Steckdose in der Nähe. Vermeiden Sie direkte Sonne, weil sie die Sensoren stören kann, und stellen Sie die Station nicht in einen engen Gang. Bei Geräten mit Absaugstation brauchen Sie zusätzlich Luft nach oben, damit sich der Beutel wechseln lässt.
Vor dem ersten Lauf räumen Sie den Boden frei: Kabel, Socken und lose Teppichfransen sind die häufigsten Ursachen für Stillstand. Der Roboter erkennt kleine Hindernisse nur, wenn die Sensorik dafür ausgelegt ist. Bei den einfachen Geräten sollten Sie lieber gründlicher aufräumen.
Pflegen müssen Sie regelmäßig dieselben Teile. Leeren Sie das Staubfach nach jedem Lauf, wenn keine Absaugstation vorhanden ist. Schneiden Sie Haare von der Hauptbürste. Reinigen Sie die Sensoren mit einem trockenen Tuch. Waschbare Filter spülen Sie nach Herstellerangabe aus und lassen sie vollständig trocknen. Wischpads waschen Sie nach jedem Einsatz.
Typische Fehler beim Kauf
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Pascal-Zahl zu schauen. Sie sagt wenig über die Reinigung aus, wenn Bürste und Navigation schwach sind. Ein Gerät mit 20.000 Pa ohne Angabe zur Schwellenhöhe kann im Alltag an einer Türschwelle hängen bleiben, während ein Gerät mit weniger Pascal alle Räume erreicht.
Der zweite Fehler betrifft die Höhe. Prüfen Sie, ob der Roboter unter Sofa und Bett passt. Messen Sie den Abstand zum Boden und vergleichen Sie ihn mit der Gerätehöhe. Im Vergleich liegen die Höhen zwischen 70 mm und 99 mm.
Drittens wird die Station unterschätzt. Wer keine Lust hat, nach jedem Lauf den Behälter zu leeren, sollte eine Absaugstation einplanen. Dafür steigen Preis und Platzbedarf. Viertens sollten Sie Ersatzteile prüfen: Wenn Beutel, Bürsten und Filter schwer zu bekommen sind, wird das Gerät mit der Zeit teuer.
Fünftens: Rechnen Sie nicht mit einer Mopp-Reinigung wie bei teuren Saug-Wischrobotern. Die einfache Wischfunktion ersetzt kein gründliches Wischen von Hand. Und schließlich lohnt ein Blick auf die Bewertungen: Wenige Bewertungen sind schwach belegt, das gilt für mehrere Geräte im Feld.
Fachbegriffe kurz erklärt
Pascal (Pa): Maßeinheit für den Unterdruck. Hersteller geben damit die Saugkraft an.
LiDAR: Ein rotierender Laser, der den Raum vermisst und eine Karte erstellt.
Absaugstation: Eine Station, die den Staub aus dem Roboter in einen größeren Behälter zieht.
Sperrzone: Ein in der App festgelegter Bereich, den der Roboter nicht befährt.
Anti-Tangle-Bürste: Eine Bürste, an der sich Haare weniger verwickeln.
Schwellenhöhe: Die höchste Kante, die der Roboter überfahren kann.
mAh: Milliamperestunden, die Maßeinheit für die Akkukapazität. Mehr bedeutet in der Regel mehr Laufzeit.
dB(A): Maß für die Lautstärke. Ein Unterschied von 10 dB(A) wird als doppelt so laut wahrgenommen.
Teppicherkennung: Sensor, der Teppich erkennt und die Saugkraft erhöht oder Wischpads anhebt.
Häufige Fragen zu Saugroboter
Was ist der Unterschied zwischen einem Saugroboter und einem Saug-Wischroboter?
Ein reiner Saugroboter nimmt Staub und Krümel auf. Ein Saug-Wischroboter führt zusätzlich ein Pad oder einen Mopp mit. Dieser Vergleich enthält Geräte ohne Wischfunktion und Geräte mit einer einfachen Wischplatte, die von Hand gereinigt wird. Modelle mit Mopp-Waschstation, die ihre Mopps selbst spülen und trocknen, gehören in den Vergleich der Saug-Wischroboter.
Welche Saugkraft brauche ich?
Auf glatten Böden genügen 2.000 bis 4.000 Pa für Staub und Krümel. Auf Teppich und bei Haustierhaaren sind 10.000 Pa und mehr sinnvoll. Die Angabe stammt vom Hersteller und ist zwischen Marken nur begrenzt vergleichbar. Eine gute Bürste und eine verlässliche Navigation tragen ebenso zum Ergebnis bei wie die Pascal-Zahl.
Lohnt sich eine Absaugstation?
Eine Absaugstation spart das Leeren des Staubfachs nach jedem Lauf. Sie lohnt sich bei größeren Wohnungen, Haustieren oder wenn Sie das Leeren vermeiden möchten. Dafür kostet das Gerät mehr und die Station braucht Platz. Bei einer kleinen Wohnung mit glattem Boden reicht oft eine Ladestation, das Staubfach lässt sich in Sekunden leeren.
Passt ein Roboter unter mein Sofa?
Das hängt von der Höhe des Roboters und vom Abstand des Sofas zum Boden ab. Im Vergleich liegen die Höhen zwischen 70 mm beim Xiaomi Robot Vacuum E5 und 99 mm bei mehreren Geräten. Messen Sie die niedrigste Stelle und planen Sie ein paar Millimeter Reserve ein, weil auch die Laserkuppel Platz braucht.
Wie hoch darf eine Türschwelle sein?
Die Hersteller nennen im Vergleich Schwellenhöhen zwischen 17 mm und 21 mm. Eine normale Zimmerschwelle liegt oft darunter, eine Balkontür oder eine Doppelschwelle kann darüber liegen. Messen Sie die höchste Kante in Ihrer Wohnung und vergleichen Sie sie mit dem Wert im Datenblatt. Bei Geräten ohne Angabe lässt sich die Eignung nicht beurteilen.
Kann ein einfacher Wischroboter auf Teppich wischen?
Nein, nass überwischter Teppich bleibt feucht. Geräte mit Teppicherkennung heben die Wischpads an, beim Roborock Q10 PF+ um 8 mm, beim Xiaomi Robot Vacuum S40 Pro um 10 mm. Bei Geräten ohne diese Funktion sollten Sie das Pad abnehmen oder den Teppich per Sperrzone ausschließen, bevor der Lauf startet.
Wie oft muss ich Bürsten und Filter wechseln?
Das hängt vom Gerät und von der Nutzung ab. Hersteller empfehlen meist, Filter und Bürsten nach einigen Monaten bis zu einem Jahr zu tauschen. Haare entfernen Sie von der Hauptbürste regelmäßig von Hand. Informationen zum Wechselintervall finden Sie in der Anleitung des jeweiligen Geräts, bei Wischpads gilt oft ein kürzerer Rhythmus.
Wie zuverlässig sind Kundenbewertungen bei Otto und Amazon?
Bewertungen sind ein Hinweis, aber kein Beweis. Bei wenigen Bewertungen kann ein einzelner Käufer den Durchschnitt stark verschieben. Im Vergleich haben nur vier Geräte genug Bewertungen, um sie hier zu nennen. Achten Sie auf Muster in den Kritiken, zum Beispiel wiederkehrende Probleme mit der App oder dem Akku.
Wie lange hält ein Saugroboter?
Das hängt von der Nutzung und von der Pflege ab. Der Akku verliert mit der Zeit Kapazität, Bürsten und Filter sind Verschleißteile. Geräte mit Motorgarantie von zehn Jahren, wie sie Bosch für den Spotless nennt, sagen etwas über die Hersteller-Absicherung aus. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ersatzteile erhältlich sind.